Die Bundesverwaltung in Deutschland hat ihre Ausgaben für Microsoft-Produkte in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Das geht aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsabgeordneten Rebecca Lenhard (Grüne) hervor. Demnach stiegen die Lizenzkosten von 274,1 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 347,4 Millionen Euro im Folgejahr. Zuletzt erreichten sie mit 481,1 Millionen Euro einen neuen Höchststand. Das entspricht einer Steigerung von rund 38 Prozent innerhalb eines Jahres.
Nach Einschätzung der Open Source Business Alliance (OSBA) binden die steigenden Lizenzkosten finanzielle Mittel, die an anderer Stelle für die Modernisierung der staatlichen IT-Infrastruktur fehlen könnten. Kritisiert wird zudem, dass der Einsatz proprietärer Softwarelösungen im Widerspruch zu politischen Zielsetzungen stehen könnte, die eine stärkere Nutzung von Open-Source-Software vorsehen. Diese gilt als anpassbarer und könnte spezifischer auf die Anforderungen öffentlicher Verwaltungen zugeschnitten werden.
Neben den finanziellen Aspekten verweist die OSBA auch auf mögliche sicherheitspolitische Herausforderungen. Proprietäre Software lasse sich nicht unabhängig auf potenzielle Schwachstellen überprüfen. Zudem könne bei international betriebenen Cloud- oder Softwarediensten nicht ausgeschlossen werden, dass ausländische Rechtsrahmen Einfluss auf den Zugriff auf gespeicherte Daten nehmen. Die Organisation spricht sich daher für eine stärkere Berücksichtigung offener Softwarelösungen in der öffentlichen IT-Strategie aus.