Digitale Souveränität hat sich in Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einem zentralen Thema entwickelt. Laut einer aktuellen Studie des Analysehauses Lünendonk geht es dabei nicht um Abschottung, sondern um Kontrolle. Unternehmen wollen ihre Abhängigkeiten besser steuern, um handlungsfähig zu bleiben. Für die Untersuchung wurden 155 IT- und Führungskräfte befragt.
Die Bedeutung des Themas ist hoch. 93 Prozent der Befragten sehen digitale Souveränität bereits als relevant an. 96 Prozent erwarten, dass sie in den kommenden drei Jahren weiter an Bedeutung gewinnt. Treiber sind vor allem regulatorische Anforderungen, der Wunsch nach mehr Krisenfestigkeit und die Reduktion von Abhängigkeiten. 83 Prozent der Unternehmen sehen zudem ein realistisches Risiko, dass digitale Dienste durch ausländische Staaten eingeschränkt werden könnten.
In der Umsetzung zeigt sich jedoch eine deutliche Lücke. Nur 14 Prozent der Unternehmen verfügen über eine Exit-Strategie, um Cloud-Anbieter kurzfristig zu wechseln. Komplexe IT-Strukturen erschweren dies in vielen Fällen. Zudem setzen 87 Prozent überwiegend auf proprietäre Software. Zwar sehen 90 Prozent Open Source als Chance, doch oft fehlen die nötigen Kompetenzen. Europäische Alternativen zu großen Cloud-Anbietern werden zwar wahrgenommen, gelten aber für viele noch nicht als gleichwertig.