Europa will bei Satelliteninternet unabhängiger von Elon Musks Starlink werden. Dafür baut die EU das Satellitennetz Iris² auf. Nun wird konkreter, welche Unternehmen die dafür nötigen Satelliten liefern. Insgesamt soll die Konstellation aus 348 Satelliten bestehen.
Den mit Abstand größten Auftrag bekommt Aerospacelab. Das 2018 gegründete belgische Start-up soll bis zu 264 Satelliten für die niedrige Erdumlaufbahn bauen. Der Auftrag hat einen Wert von mindestens 1,8 Milliarden Euro. Damit setzt sich der junge Anbieter ausgerechnet gegen den europäischen Raumfahrtriesen Airbus durch.
Auch OHB aus Bremen ist dabei. Das deutsche Unternehmen soll 18 größere MEO-Satelliten herstellen, die in einer höheren Umlaufbahn kreisen. Der Auftrag dürfte knapp eine Milliarde Euro wert sein. Airbus wiederum baut 66 sogenannte Mil-Ka-Satelliten, die für militärische Satellitenkommunikation vorgesehen sind.
Betrieben wird Iris² vom Spacerise-Konsortium unter Führung von Eutelsat, SES und Hispasat. Die ersten Satelliten sollen 2029 ins All starten. Ab 2030 sollen zunächst Behörden und später auch Privatkunden das Netz nutzen können. Das Ziel: eine europäische Kommunikationsinfrastruktur, die auch in Krisen funktioniert und Europa weniger abhängig von ausländischen Anbietern macht.